Jahresbericht 2021

Tätertherapie/Täterberatung ist eine Leistung des Landratsamtes Ostalb. Sie wurde insbesondere auf Wunsch und Initiative

  • des Jugendamtes Ostalbkreis,
  • der Fachstelle des Landratsamtes „Beratung bei häuslicher Gewalt/Platzverweis“,
  • von Opferberatungsstellen wie „Frauen helfen Frauen“,
  • der Erziehungs- und Familienberatungsstelle im Landratsamt,
  • der Staatsanwaltschaft Ellwangen und
  • der Kriminalpolizei

im Jahr 2002 konzipiert und etabliert. Einmal wöchentlich finden seither Beratungs- und The-rapiegespräche im Landratsamt Aalen statt.Die Mitarbeiter*innen verschiedener Opferberatungsstellen suchten damals dringend eine An-laufstelle für Täter*innen, mit denen sie durch ihre Klient*innen direkt oder indirekt in Kontakt gekommen waren. Die Staatsanwaltschaft kam auf unser Institut zu - mit der Bitte - ein therapeutisches Angebot für Täter*innen häuslicher Gewalt zu entwickeln. Nach mindestens 7 Therapiegesprächen als Auflage wäre es dann bei minderschweren Fällen möglich, ein Verfahren einzustellen. Die Erziehungs- und Familienberatungsstelle, die sich bei sexuellem Miss-brauch um die Opfer kümmert, wollte aber die Täter*innen – beispielsweise nahestehende Verwandte/Bekannte und insbesondere Jugendliche – nicht ohne ein Beratungs- und Therapieangebot lassen. Und nicht zuletzt der Allgemeine Soziale Dienst des Jugendamtes und die Jugendgerichtshilfe brauchten in akuten Fällen eine Kooperationsstelle im Rahmen des Kin-der- und Jugendschutzes und der gerichtlichen Unterstützung von straffälligen Jugendlichen.

Neben den notwendigen psychotherapeutischen Angeboten für Opfer sexueller, körperlicher oder psychischer Gewalt, stellt sich die Tätertherapie kontexterweiternd und ergänzend dar. Tätertherapie erschöpft sich nicht nur in der psychotherapeutischen Aufarbeitung straffälligen Verhaltens, sondern sie verfolgt ausdrücklich einen präventiven Ansatz, um schon im Vorfeld einer Straftat dieselbe zu verhindern.

Der Förderverein Gewaltprävention e.V. unterstützt die Täterarbeit ideell und finanziell über Bußgeldzuweisungen der Justizbehörden und der Hilfsvereine Aalen und Schwäbisch Gmünd, über Mitgliedsbeiträge und über Spenden. Nur so kann die Täterarbeit im nachstehend dargestellten Umfang kontinuierlich fortgeführt werden. 

Beratung und Psychotherapie basieren auf der systemischen Theorie. Dieser methodische Ansatz wird erweitert und ergänzt durch speziell auf die jeweilige Klientel – Sexualdelikte, Ge-walt im öffentlichen Raum (z.B. Straßengewalt) und privaten Raum (z.B. häusliche Gewalt) zugeschnittene und erprobte Therapieansätze und Therapiemanuale, die sowohl verhaltenstherapeutisch als auch tiefenpsychologisch bzw. psychoanalytisch orientiert sind.

Außer Beratung und Therapie bietet SYSTEGRA als psychotherapeutische Fachstelle im Kontext sexuelle Gewalt Supervision, Coaching und Weiterbildung an. Angesprochen sind hier Fachkräfte im pädagogischen, sozialen und therapeutischen Bereich; Themen sind sexuelle Gewalt und sexueller Missbrauch, die Täter-Opfer-Dynamik und sexuelle Übergriffe in Jugendhilfeeinrichtungen.

Die Dokumentation der Täterarbeit wird jährlich fortgeschrieben. Mit den folgenden Statistiken und grafischen Darstellungen wollen wir einen Überblick über die Entwicklung und den Stand von Beratung und Therapie geben. 

 

Anzahl der Klienten

Die Anzahl der Klient*innen hängt von der Art der Therapie/Beratung ab. Kurze Therapien sowie Therapieabbrüche erhöhen naturgemäß die Anzahl, längere und intensivere – beispielsweise wöchentliche Behandlungen von Jugendlichen – verringern sie. 

 


 

Anlass / Delikt
2021

Anlass / Delikt 2021

 


 

Jugendliche – junge Erwachsene - Erwachsene - ältere Erwachsene
2021

 


 

Zuweisungskontext 2021

 

Zuweisungskontext

 


 

Gewalt und Sexualität
2021

Gewalt und Sexualität

 


 

Geschlechterverteilung 2021


Geschlechterverteilung  

 

Stuttgart, März 2022
Systegra
Institut für systemische Beratung und Psychotherapie
Hauptstätter Straße 53a
70178 Stuttgart-Mitte
0711 – 620 70 73
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